Lost Song – Ein weiterer Netflix-Original Anime im Review

Lost Song ist ein Anime der sich gegen Klischees stellt und sie trotzdem beibehält. Da ich das sehr gerne erklären werde werde ich einen Spoiler-Part einbauen. Dieser wird am Ende des Reviews für sich alleine rumschweben und kann dann gerne in den entsprechenden Part gelesen werden.
Für den Rest folgt hier ein normales Spoilerfreies Review. 

Anfangs wirkt es so als wäre Lost Song ein ordinärer Fantasy-Anime. Unser Hauptcharakter Rin liebt es zu singen, auch wenn  ihr Großvater es verboten hat. Wieso? Das kommt auf sobald sich Rin mit ihrem Bruder Al in den Wald aufmacht, wo sie einen schwer verletzten Ritter findet. Henry Leobold, seines Zeichens Ritter der Hauptstadt und Beschützer von Lady Finis, wird von Rins Lied auf magische Weise geheilt. Dies setzt jedoch eine Verkettung von Vorgängen in Bewegung, die Rin und Al zwingt eine Reise auf sich zu nehmen, nicht nur sich selbst, sondern auch das Königreich zu retten.

Parallel dazu wird die Geschichte von Finis erzählt, einer jungen Frau, die die Macht der Lieder zum Wohle der Menschen in der Hauptstadt nutzen will, wenn da nicht der Umstand wäre, dass ihr Verlobter, Prinz Rudo (ja, ich hab den deutschen Dub geschaut und weiß, das er eigentlich Lood heißt, aber für den kommenden Witz passts besser…) ein machthungriges Monster ist und zu all seinen Untertanen absolut Rude ist. Er will Finis‘ Macht dazu verwenden den Krieg gegen das Nachbarkönigreich zu gewinnen und ihm ist jedes Mittel Recht dazu.

Da sowohl Lady Finis als auch Rin die Macht der Lieder nutzen können, dreht sich viel im Anime auf das mögliche Zusammentreffen der beiden. Hierbei führt einen der Anime so lange an der Nase ran, so lange es nun einmal geht, doch wenn man den großen Gutpunch-Plottwist in der Mitte des Animes sieht, fällt vieles was man bisher geglaubt hatte in sich zusammen und der Anime singt das Lied der Trauer. Nicht nur einmal hat mich der Anime weinen lassen. Emotionen werden enorm gut übertragen, selbst mit dem deutschen Dub.

*insert Spoiler-Part here*

Kommen wir also zu anderen Aspekten des Animes. Die Lieder im Anime bleiben in Originalsprache japanisch und sind jedes Mal Gänsehautmomente, so schön klingen sie. Der Rest des OST war nichts besonderes, hauptsächlich generisches Gedudel das gut zur Stimmung passt aber an sich keinen Erkennungswert hatte. Passend dazu sind die Animationen fließend und schön gehalten, allerdings stechen die wenigen 3D-Animationen heraus wie ein Wurm aus einem Apfel. Wenigstens wurden diese nur für gewisse Menschenansammlungen und große Animationsframes verwendet, was diesen Aspekt des Animes eher verschwindend gering stören lässt. Die einzigen Male wo es mich wirklich gestört hat waren als man das Palast-orchester das erste Mal sehen konnte und während des Liedes der Vergänglichkeit, bei dem ein teil vom Bild „handgezeichnet“ animiert war und der Rest 3D. Das stach sich dermaßen das man sich fragt ob das wirklich notwendig ist.

Alles in allem ist Lost Song ein Anime, der zu emotionen rührt und genau die richtige Mischung aus „Wieso muss diese Folge jetzt hier enden?“ und „Verdammt, ich will weiterschauen“ trifft, die die Cliffhanger nicht frustrierend macht.
Diesen Anime empfehle ich an alle die sich nicht an viel Rumgesinge stören und eine interessante nicht aus dem Kühlschrank und wieder aufgetaute Story auch mal wieder interessant finden würden.

*Spoiler-Part*
Der Anime, der bisher in offensichtlichen Parallelen gelaufen ist, fällt in dem Moment in sich zusammen, in dem Rin Lady Finis das erste mal sieht und Lady Finis in einem Anfall von Wut, da Rudo sie unwissentlich gezwungen hat Henry zu töten, die Welt zerstört. In den kommenden Folgen wird erklärt, was wirklich Sache war.
Alles was bisher in parallelen und scheinbar gleichwertigen Zeitsprüngen erklärt wurde, liegt eigentlich Epochen auseinander und die Zeitlinie von Rin und Freunden liegt mindestens über 6 Millionen Jahre auseinander (das ist die einzige Zeitangabe die man während dieses Abschnitts erhält). Aber trotz allem ist die Finis aus der „originalen“ Zeit die die auch in der „Rin“-Zeit existiert.
Nach dem Tod ihres Geliebten, Henry, hat Finis das Lied der Vergänglichkeit gesungen, ein Lied das die ganze Welt zerstören sollte und ihr letztes Lied sein sollte, da ihr jedes Mal wenn sie sang ein Teil ihres eigenen Lebens genommen wurde. Doch mit dem Fluch der Unsterblichkeit belegt musste sie wieder und wieder die selben Epochen durchleben, von allen verhasst und verjagt, als Hexe verbrannt und als Monster erschlagen, doch unmöglich zu töten, und immer und immer wieder die selben Menschen in selben Epochen zu sehen. Immer wieder Henry zu sehen.
Bis eines Tages alles wieder zu sein schien wie in ihrem ersten Leben. Die selben Menschen, doch in anderen Rollen. Und Rin als einzige, die zusätzlich dabei ist und ihre Reise auf sich nimmt, um Finis zu retten.
Mehr werde ich hierzu nicht erklären. Schaut den Anime wenn ihr die restlichen Plottwists miterleben wollt. Das war nur der erste, aber nicht der schlimmste.

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