Retrospective by MMandrakeP #5 – Yu-Gi-Oh nochmal anders: Kapselmonster Kolosseum

Ich sagte doch, es gibt 2 „schwarze Schafe“ auf der PS2, die komplett vom normalen Yu-Gi-Oh-Gameplay abweichen. Doch anders als Duelists of Roses, das wir letztes Mal behandelt haben, ist Kapselmonster Kolosseum ein gutes, wenn auch etwas anderes Spiel. Und wer aufgrund des Namens einen Pokemon-Abklatsch erwartet, dürfte überrascht werden.

Als aller erstes: Wie würde ich Kapselmonster Kolloseum beschreiben?
Im Endeffekt Fire Emblem mit Yu-Gi-Oh-Monstern. Aber dazu genaueres später.

Storymäßig unterscheidet sich Kapselmonster nicht viel von Duelists of Roses. Yugi kriegt von seinem Grandpa einige Monster mit denen er ein Tournament gewinnen soll. Also kämpfen wir der Reihe nach gegen jeden einzelnen bekannten Yu-Gi-Oh Charakter und gewinnen das Tournament. Nichts sonderlich besonderes ansonsten.
Das Allererste was mich an diesem Spiel begeistert hat war, dass jede einzelne Dialogzeile von den originalen Sprechern des deutschen Anime gesprochen wurde. Es war wunderbar den Sprechern dabei zuzuhören wie sie miteinander laberten (und sich darüber lustig zu machen wen diese Sprecher sonst noch sprechen, ich meine dich, Zuko, ähm Yami Yugi) und sich Schwachsinn an den Kopf werfen (Nur weil Weihnachten in dieser Stage ist muss ich nicht Zeit mit dir verbringen, Thea, wir wissen das du den Pharao flachlegen willst).
Aber ansonsten hat das Spiel nur das Gameplay und die Stages für sich, also reden wir darüber.
Das Spiel beginnt damit, das man sich ein eigenes Siegel erstellen kann, quasi die Heldeneinheit, mit eigenen Stats und Element. Diese Stats können im weiteren Spielverlauf nicht mehr angepasst werden und das Element bestimmt welche Monster vom eigenen Siegel bevorzugt werden (ATK/DEF-Boosts). Natürlich gibt einem das Spiel auch vorgefertigte Siegel, aber selbst wenn man keine Ahnung hat was die Stats machen ist es lustig selbst ein Siegel zu erstellen.

Bei jedem Monster kann man die Stats sowohl als auch die Schwächen und Vorteile einsehen wenn man es markiert

Mit den am Anfang eingestellten Monsterpunkten kann man sich vor dem Tournament bei Grandpa ein paar Monster besorgen. Hier kommt bereits der erste Faktor des Spiels ins Spiel. Das Schwächenrad von Kapselmonster Kolloseum. Dadurch dass es in Yu-Gi-Oh 8 Elemente gibt haben wir 2 Räder an Schwächen, die mehr oder minder Sinn ergeben. So ist ein Rad Wasser -> Feuer -> Wald -> Wind -> Wasser und das zweite Licht -> Finsternis -> Erde -> Donner -> Licht. Diese sind in Kämpfen eher minder wichtig, wenn man Monster hat die den Stärken des Gegners entsprechen sollte man die nicht in seine Reichweite stellen, da er sonst doppelt Damage macht.
Aber kommen wir zum Fire Emblem Teil des Spiels:
Anfangs werden eure Monster in Kapseln auf dem Spielfeld abgesetzt. Dabei ist es wichtig das ihr eure Monster immer manuell absetzt (auch wenn es ewig dauert), da das Spiel sonst die Monster auch mal in ein Eck absetzt wo sie sich nicht rausbewegen können. Danach werden eure Monster nach der Reihe beschworen (eher aktiviert) und können dann herumkommandiert werden. Etwas anders als Fire Emblem haben eure Monster aber keine Bewegungsradi, sondern Bewegungsmuster. So kann sich ein Monster in Sternform, aber nur exakt 2 Felder (also nur auf das Feld zwei Felder vor ihm) weit bewegen. Ein anderes nur diagonal, dafür nur ein Feld weit und ein drittes z.B. vorwärts und seitwärts, aber nur 3 Felder weit bewegen. Wenn man einen Gegner angreifen will muss man auch das Angriffsmuster das genauso wie das Bewegungsmuster funktioniert bedenken. Angreifen bzw sich in Sicherheit bringen ist dementsprechend nicht immer so einfach.
Dafür hat das Spiel ein paar weitere Dinge aus Fire Emblem abgekupfert: Eigene Battle-Screens (auch wenn die nur den Damage den man anrichtet und den man sowieso schon weiß in schön animierten Kampfsequenzen zeigen), Level Ups und Perma-Death. Auch wie in Fire Emblem erhalten Monster die Gegner angreifen oder besiegen XP und können Leveln, was ihnen auf höheren Leveln (Level 4/5) Evolutionen und Fusionen ermöglichen. Diese sind zwar teilweise absolut kryptisch, aber gegen stärkere Gegner später notwendig. So muss Dunkler Magier um sich zu entwickeln bei einem bestimmtem Level auf einem bestimmtem Element-Feld stehen um sich zu entwickeln. Und das andere ist Perma-Death. Wenn eines eurer Monster stirbt sind sie ausgeschieden und können fürs Erste nicht mehr verwendet werden.

Bewegungs und Angriffsmuster in Aktion. Hier sieht man in Blau wohin sich das Monster bewegen kann und in Orange wo dieses Monster nach dem Angriff angreifen kann.

Das, was sonst noch in diesem Spiel erwähnenswert ist sind die Stages für sich. So gibt es einige Stages die nichts besonderes tun und nur gelangweilt ein paar Stage-Hazards rumfliegen haben, aber einige Stages ändern sich während des Spielverlaufs, manchmal ziemlich enorm. So fängt es in Theas Stage z.B. an zu schneien und Weihnachtsmusik ertönt, was Licht-Monstern einen Bonus auf ATK und DEF gibt, bis nach 3 Runden die Zeit wieder zurückgedreht wird und alles wieder normal ist.
Und wenn man einen Kampf gewinnt kann man seinem Gegner 2 seiner eingesetzten Monster abknöpfen. So kann man seine Sammlung erweitern und  möglicherweise komplettieren, auch wenn das Grinden absolut keinen Spaß macht. Dafür sind die Kämpfe einfach zu langsam, und so amüsant die originalen VA sind, umso dämlicher ist es wenn Tristan zum 128ten Mal sagt, dass er Yugi endlich schlagen wird, während sein letztes Monster im Sterben liegt.

Viel mehr gibt es zu Kapselmonster Kolloseum nicht wirklich zu sagen. Es ist amüsant und vielleicht mit einem Freund zusammen viel spaßiger (ein Duell-Modus mit 2 Spielern wird unterstützt) und ein bisschen wie Fire Emblem, nur ohne die richtige Strategie und Emotionen die man seinen Charakteren entgegen bringt. Ich meine, wer würde schon einem Kuribo nachweinen, wenn er stirbt?
Demnach würde ich Kapselmonster Kolloseum noch heute an Fans der ersten Gen Yu-Gi-Oh empfehlen, die an den originalen VAs hängen und mal was anderes spielen wollen als das normale Kartenspiel und trotzdem irgendwie Spaß auch haben wollen (anders als in Duelists of Roses).
Vielleicht such ich mir zum nächsten Yu-Gi-Oh Game Review mal ein echtes Yu-Gi-Oh Spiel.

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