Meisterdetektiv Pikachu: Nicht jedes Pokemon ist charakterlos

Dem Hype um Detektiv Pikachu konnte man sich in letzter Zeit nicht entziehen. Vor allem nicht, als der Film mit Ryan Reynolds, ausgerechnet Deadpool, als Pikachu angekündigt wurde. Doch woher kommt der Hype? Was ist dieses Spiel? Und zahlt es sich aus, das Spiel zu spielen? Oder sollte man einfach auf den Film warten? Das versuche ich nun zu erzählen. 

2016 tauchte Detektiv Pikachu das Erste mal auf. Still und heimlich im japanischen E-Shop für den 3DS erschienen, entwickelte sich das Spiel schnell zu einem Phänomen, hat über 42 Tausend Einheiten seit dem Retail-Release vor 2 Wochen verkauft und liegt in den UK-Verkaufscharts 2 Wochen nach Release auf Platz 15. Damit liegt es im selben Feld wie andere Spin-offs wie die Mystery Dungeon-Reihe.  Aber genug vom Zahlengemurmel. Reden wir über das Spiel.
Meisterdetektiv Pikachu, wie es hierzulande betitelt ist, öffnet mit einer Rückblende, einem Autounfall. In Folge treffen wir unseren jungen (aber nicht ganz so jungen, immerhin darf er schon Auto fahren) Protagonisten Tim bei seinen ersten Schritten durch Rhyme City, Dreh- und Angelpunkt der Handlung. Fast sofort und gegen seinen Willen wird er noch bevor er wirklich angekommen ist in einen Diebstahl verwickelt, und somit sehen wir sofort etwas was bisher in keinem Pokemonspiel wirklich von Bedeutung war: Das wirkliche Zusammenleben von Pokemon und Menschen. Bisher nur in Wegwerfdialogen von NPCs angedeutet, sieht und hört man in diesem Spiel auch wirklich wie Menschen und Pokemon abseits von den Kämpfen des nächsten 10-jährigen Pokemon-Meisters aussieht. Sei es der Geschäftsmann, der Dusselgurr füttert weil er etwas Entspannung von seinem Job braucht, oder die Lieferfirma, die Praktibalks das tun lässt was sie am liebsten tun: Dinge schleppen. In jedem Dialog, jeder Befragung, merkt man dass das Zusammenspiel zwischen Pokemon und Menschen über eine reine „Kampfsklaven“-Beziehung hinausgeht und Pokemon auch mal einfach nur durch die Bäume einer Stadt springen oder ein Burmy von einem Fußball abgeschossen wird und dadurch seinen Mantel verliert. Das lässt die Welt von Pokemon viel lebendiger wirken als bisher ein Spiel das geschafft hat.

Was hier aussieht wie Blut ist nur Farbe von einer zerquetschen Beere. Trotzdem ein wichtiger Zeuge des Verbrechens, einfach KO gegangen. Was geht hier vor?

Im Spiel zwar nicht von Ryan Reynolds, sondern von Kaiji Tang, der Stimme hinter z.B. Yasuhiro und Gonta (Danganronpa), Owain/Odin (Fire Emblem) und Archer (Fate/Stay night) gesprochen bringt einen Pikachu mehr als einmal mit seinen Quips und Aktionen zum Lachen und sorgt so noch einmal dafür dass sich Detektiv Pikachu nicht nur wie ein langweiliges Krimi-Spielchen anfühlt, wo man nur von Ort zu Ort latscht und Leute nach neuen Infos abklappert, sondern mit Witz und originellen Ideen in der Welt der Pokemon auch in älteren Pokemon-Fans das Interesse wecken kann. Denn, wenn man sich ehrlich ist, ist Detektiv Pikachu ein Kinder-Thriller mit Rätseln durch die man fast an der Hand geführt wird. Und dennoch hat es The Pokemon Company geschafft das man sich nicht wie der letzte Idiot vorkommt während man während dem Lösen eines Falles zuhört wie fast jeder die Lösung eigentlich ausquasselt.
Und damit gehen wir zum Gameplay über. Detektiv Pikachu spielt sich am ehesten vergleichbar mit einer abgespeckten Version der Miles Edgeworth Spielen, den Ace Attorney-Spin Offs. Auch hier läuft man von einem Ort zum anderen, klappert dort alle Hinweise ab und redet mit jedem, wiederholt das ein paar mal mit eingestreuten Rätseln um den Ablauf etwas aufzulockern und kommt irgendwann an der Lösung des Falls an, bekommt etwas Zwischenstory, die alle Geschehnisse verbindet und wiederholt das ganze mit einem neuen Fall, der alles anders aber doch etwas gleich macht. Befragungen sind mit einer simplen Abhakerlliste erledigt, die Hinweise muss man sich eigentlich nie genau ansehen solange man während des Falles einigermaßen am Ball bleibt und der wichtigste Button am Touchscreen ist der Pikachu-Button, ohne den die Story sich manchmal kein Stück weiterbewegen würde.

Natürlich muss man beim Ideen haben posen. Wie anders könnte man seine Intelligenz zeigen?

Abgesehen von der Hitlergrußkontroverse rund um den doppelt so großen Amiibo von Detektiv Pikachu ist dieses Spiel ein zu empfehlendes Spiel für Pokemon-Fans, die die Welt mal nicht aus den Augen eines Trainers, sondern nur eines Menschen mit einem Pokemon-Partner sehen wollen, sowie für junge Krimi-Freunde, die selbst nette kleine Fälle lösen wollen und mit dem Gedanken „wenn sie in der Pokemon-Welt spielen umso besser“ an die Sache rangehen möchten. Die Story selbst ist interessant und mit Tiefgang geschrieben, ohne in die ansonsten vorherrschende „Böse Organisation wird von einem 10-jährigen im Alleingang nur mit 6 Pokemon zerschlagen“-Sparte der Pokemon-Welt einzuschlagen.

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