Ys VIII: Lacrimosa of Dana – Adol ohne Amnesie und Lost ohne Nebelmonster (aber Monster im Nebel)

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Von Falcom Game zu Falcom Game wechselte meine PSVita letztens. von Tokyo Xanadu zum neuesten Vertreter der Ys Serie. Ob sich der Sprung gelohnt hat, ob man mit dem Preisunterschied von 20 Euro (PS4 vs PSVita) auch qualitativ draufzahlt so wie bei vielen Portierungen erfahrt ihr hier.

Erste große Revolution der Ys-Serie: Adol ist mal ohne Amnesie in diesem Spiel. Ja, das gibts. Er heuerte als Segler auf einem großen Schiff an, aber Ys wäre nicht Ys wenn es nicht Probleme gäbe und man einen Grund hätte eine riesige Welt zu erforschen. So erleidet ihr nach einem kurzem Tutorial, in dem ihr Gelegenheit habt alle Charaktere die im Spiel vorkommen (- eine Handvoll) kennenzulernen, Schiffsbruch und strandet auf einer verfluchten und daher unbewohnten Insel, auf der sich der Rest des Spiels abspielt (haha).

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Die Karte bedingt viel Backtracking, da viele Orte (die auf der Karte bis dahin mit einem X gekennzeichnet sind) erst mit einer bestimmten Anzahl von eingesammelten Überlebenden geöffnet werden können.

So erkundet man in gewohnter Weise eine ziemlich umfangreiche Karte, gestützt von teilweise etwas spärlich gesetzten Teleportpunkten. Was mich ein bisschen stört hier ist das bekannte „Du musst jetzt die ganze Insel erkunden“, was aber auf eine ziemlich lineare Story gestützt ist. So muss man an gewissen Punkten der Story genau gewisse Punkte erreichen um einen Weg zu den nächsten Storypunkten zu finden bzw einen Weg freizuschalten um an den neuen Hindernissen vorbeizukommen.
Und sollte es kein Hindernis sein, klatscht einem Ys VIII einen momentan unbesiegbaren Gegner hin. Aber ansonsten glänzt Lacrimosa of Dana mit einer fesselnden Story, auch mit dem einen oder anderen unerwarteten Plottwist.

Ansonsten gefällt das Spielsystem allerdings gut. Durch die Story findet man immer wieder neue Überlebende der Schiffskatastrophe, die man selbst (und Dogi) irgendwie in das Leben im Zentralpunkt des Spiels, das kleine Dorf dass die gestrandeten aufbauen, integriert. Hierzu gehört auch kleinere oder größere Gefallen zu erledigen, das Dorf vor Monstern zu schützen (Interceptions, dazu später mehr) und den Charakteren zu helfen ihre kleinen Ecken des Dorfs zu verbessern. Hierzu gehören dann unter anderem ein Händler, ein Schmied und eine „Krankenstation“.

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Das Dörfchen wächst während des Storyverlaufes von einer Bucht zu einem wirklichen richtigen Dorf mit einer Farm, Schlafhöhle, einem Garten und weiterem.

Moment? Händler? Aber man hat als Gestrandeter doch kein Geld, oder?
Nein, hat man auch nicht. Daher ist etwas was in bisherigen Ys-Teilen zumeist nebenrangig war hier das wichtigste überhaupt. Rohstoffe und Materialien sammeln. Das passiert hauptsächlich nebenbei, da Monster sowie gewisse Punkte auf der Karte Materialien Fallen lassen. Bei selteneren Rohstoffen muss man sich aber beizeiten doch an den eben genannten Händler wenden. Die tauscht nämlich schlechtere Materialien gegen bessere oder seltenere aus. Und diese braucht man wiederum zum verbessern des eigenen Equips oder der Verteidigung des Dorfes.

Womit wir beim Kampfsystem und auch den Interceptions sind. An bestimmten Stellen der Story wird man von Little Paro benachrichtigt dass Monster das Dorf angreifen. Man kann dieser Aufforderung nachkommen, oder aber sie einfach ignorieren und weitermachen. Doch wenn man die Interceptions annimmt kann man seltene Items erhalten sowie seine Stellung bei den Dorfbewohnern verbessern.
Dazu passend das Kampfsystem. Wie von Ys inzwischen gewohnt ist es sehr simpel, aber doch tiefgründig. Angriffe geschehen durch drücken des X-Knopfes und Skills mit einer Kombination von R+ dem Knopf dem der Skill zugewiesen wurde. Abwehr passiert nur Punktuell mit dem R-Knopf und lässt einen Flash-Guard aktiv werden, Ausgewichen wird mit L und lässt einen Flash-Dodge aktiv werden. Beide Flash-Varianten haben Vorteile wie verlangsamte Zeit, weniger Einstecken von Schaden und höhere Chance für kritische Angriffe. Jeder Skill hat eigene Eigenschaften was schaden, Stun und Break-potential angeht und deine Teammitglieder verwenden mit dir gemeinsam den Skill den sie auf dem selben Slot liegen haben. So können massive Kombos erstellt werden durch die jeder noch so starke Gegner in die Knie geht.
Das Kampfsystem ist ziemlich fair und man trifft selten auf einen Gegner der einem wirklich untötbar vorkommt, es sei denn das Spiel wirft einem einen Gegner mit 30 Level über dem eigenen in die Quere. Da sind es eher die Statusveränderungen auf die man aufpassen muss.

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Noch dazu wie bekannt aus Ys hat jeder Charakter ein zugewiesenes „Element“. In diesem Fall ist Laxia mit ihrem Elementtyp „Shot“ fehl am Platz, denn der gegner ist schwach gegen „Strike“

Statusveränderungen sind etwas merkwürdiges in Ys VIII: Anstatt wie gewohnt eine Prozentchance zu haben einen Statuseffekt zu erhalten füllt sich langsam eine Leiste, je nachdem wie viel Potential ein Skill oder angriff hat diesen Statuseffekt zu erteilen. Wenn die Leiste voll ist wird der Effekt aktiv. Dann wirkt er so lange bis eben diese Leiste wieder leer ist.

So,aber als PSVita-Jünger (auch PS4-Besitzer, aber für das selbe Spiel 20 Euro mehr zu zahlen…eher meh) muss ich natürlich auch die Unterschiede zwischen PS4 und PSVita beleuchten.
Die sind auf den ersten Blick gar nicht groß. Natürlich hat man die graphischen Abstriche (unten in einem Bild beleuchtet) und die Steuerung ist etwas anders (immerhin muss man den Touchscreen ja nutzen), aber spielerisch sehe ich nicht wirklich einen Unterschied. Nur einen gibt es zwischen PS4/PC und PSVita: Ein eigenes Storykapitel in dem es nur um Dana geht existiert in der PSVita-Version nicht. Jetzt könnte man natürlich argumentieren dass man hier für die 20 Euro extra für diesen Storyteil zahlt…aber Falcom hatte noch nie die Angewohnheit Story als DLC zu verpacken. Tatsächlich ist es hier eine Art Port + bei der PS4-Version, genauso wie Tokyo Xanadu eX für PS4 zusätzlichen Storycontent bekommt. Allerdings ist dieses Teilchen der Story eigentlich irrelevant für die eigentliche Story und mehr eine Mischung aus Dana-Fanservice und mehr Hintergrundstory.

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Die PSVita-Version leidet an weniger cel-shading, weniger Vegetation und leichtem Silent Hill Nebel. Wobei man nicht zwingend leiden sagen kann. Falcom hat hier mit dem Port wieder gute Arbeit geleistet.

Ys VIII kann jedem Action-RPG-Fan ans Herz gelegt werden der mit Ys noch keine Berührungspunkte hatte sowie jedem Ys Fan im generellen. Ob Falcom noch irgendwann mal ins Schwarze Loch der AAA-Publisher rutschen wird? Wir hoffen nicht. Sollen sie weiter exzellente, komplette und wundervolle Spiele entwickeln, so wie seit jeher.

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