Persona 5: Stream-Verbote, Cat-Puns und Igors sexy Stimme

Inzwischen kennt ja wohl jeder die Stream-Kontroversen die zum Release von P5 angefangen haben. Aber vielleicht sollte man auch mal ein Review dazu lesen, nicht nur Leute die sich über irgendwas drumrum aufregen. Persona 5 ist nämlich in diesem Pool aus Triple A-Publisher-Titeln die allesamt nicht so wirklich gut sind ein Spiel das heraussticht, einfach da es Storytechnisch wie auch spielerisch wirklich ein fertiges Produkt ist und kein nichts glitchverseuchtes (Mass Effect Andromeda *hust*) oder eine weitere leere sinnfreie Sandbox ist. Die einzigen DLCs sind die geliebten „Es ist nur kosmetisch und bringt keine Vorteile“, keine Story-DLCs oder herunterladbare Enden. P5 ist für sich genommen ein vollständiges, funktionierendes, gutes Spiel. Wenn auch voller Cat-Puns, aber was soll da erst P4 sagen…? Noch dazu hat Deep Silver auch sogar hierzulande P5 noch auf die PS3 gebracht. Was kann hier nur falsch gehen?

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Mit stylischen neuen Animationen für All-out-Attacks die alles umbringen.

Persona 5 beginnt schon ganz anders als bisherige Persona-Teile. In Medias Res wie man so schön sagt. Da unser Protagonist allerdings am Flashback-syndrom leidet bekommen wir die Story nach einer kurzen Einleitung doch von Anfang an serviert.

*** Anfang-Spoiler von P5 folgen (wenn auch weit von Atlus‘ Sperre entfernt) ***

Unser neuer Protagonist ist ein gequälter. So wie alle anderen Charaktere in P5 hat er in irgendeiner Art und Weise Dreck am Stecken, aber irgendwie ja doch nicht. In seiner Heimatstadt hat er versucht eine Frau vor einer Nötigung und möglicherweise Vergewaltigung zu beschützen und wurde dafür vom potentiellen Vergewaltiger wegen „schwerer Körperverletzung“ angeklagt. Nun wurde er in eine Schule verbannt die einen Schwerverbrecher wie ihn gerade so annehmen würde, muss bei einem Bekannten seiner Eltern leben der ihn nicht leiden kann und hat generell einfach ein miserables Leben, mit den ganzen Gerüchten die über ihn in Umlauf sind. Nichtmal sein Handy macht noch was er will. Immer wieder taucht diese App auf die sich einfach nicht löschen lässt. Und hat er doch jemanden gefunden der tatsächlich mit ihm redet, dann landet er auf einmal an seinem ersten Schultag noch dazu in einem mittelalterlichem Schloss statt der Schule, die von einem eingebildetem König regiert wird. Was geht hier nur ab?

*** Spoiler-Warnung Ende ****

P5 bringt den „WTF?“-Effekt, den die Protagonisten haben, auch sehr gut rüber, selbst wenn man als Serien-Veteran weiß was passieren wird. Noch viel stärker muss es auf Persona-Neulinge reagieren, wenn die Wildcard im Protagonisten erwacht und das erste „I Art though, Though art me“ von P5 durch die Lautsprecher schallt. Stellt euch übrigens darauf ein das oft zu hören. Jedes einzelne Persona von P5 hat diese Voiceline. Und das sind weit über 100.  Aber dazu später beim Kampfsystem mehr.

Generell ist das Voicing sehr gut gelungen. Die englischen Stimmen sind gut gewählt, Auch wenn Igors neue Stimme ungewohnt klingt. (in einer Gefängniszelle zu stehen während einem eine tiefe, erotische Stimme einem etwas über Persona Fusionen per Guillotine-Exekution erzählt ist ein komisches Gefühl) Man braucht den japanischen Dub nicht umbedingt, aber es gibt ja immer diese Leute … Aber egal. Die extra Zeit die sich Atlus genommen hat um noch mehr Lines zu voicen hat sich wirklich ausgezahlt.

Auch die Animationen sind wunderschön. Flüssig und angenehm. Die Menüs mit ihren zweiten, rotem „Schatten“ sehen stylish aus und wenn auch anfangs ein bisschen irritierend durch die Animationen ist die Menüführung im Allgemeinen sehr angenehm und intuitiv.

Wer P4 kennt wird sich in den „Alltags-Sequenzen“ ganz zuhause fühlen. eine frei begehbare Stadt mit 3 Abschnitten (Wohngegend, Shibuya Haupstraße, Schule), die jeweils mit U-Bahn zu erreichen ist, Läden, Stände, Leute, alles wirkt wie in P4, nur noch lebendiger. Naja, immerhin ist es ja kein ländliches Örtchen mehr, sondern das Herz von Tokyo.

Die Dungeons allerdings sind viel dynamischer geworden. Viel explorativer. Man findet Abkürzungen um schneller ins Zentrum und wieder raus zu gelangen, Save-Räume als Teleportstationen und die meisten Räume sind nicht mehr flache Orte mit Treppen, sondern dreidimensional, man kann gewisse Orte erklimmen, über die Köpfe der Gegner wegschleichen oder sogar ganz unentdeckt an allem vorbeischleichen. Das ist auch ein wichtiger Punkt des Spiels an sich.

Bildergebnis für persona 5

Das Kampfsystem ist kein Menü mehr, sondern ein viel flüssigeres Button pro Aktion-Menü. Auch gibt es nur noch Slash/Gun schaden, dafür einen neuen Elementtyp: Spirit.

Als Phantom Thieves kann man sich doch nicht einfach mit brutaler Gewalt durch alles durchboxen. So war es in P4 noch schwer sich von hinten an Gegner ranzuschleichen. In P5 ist es essentiell. Wenn man entdeckt wird füllt sich eine Alarmierungsleiste. Ist diese voll, wird man aus dem Palast geworfen. Wenn man nicht nur entdeckt wird, sondern angegriffen startet man den Kampf mit einem Nachteil. Nicht nur wenn man von hinten attackiert wird. Und die Gegner sind wirklich stark und können selbst auf normaler Level-Progression 1-Hit-Kills gegen die Partymitglieder landen. Daher ist das Schleichen ein ganz großer Punkt in diesem Spiel. Von hinten angeschlichen und die Maske abgerissen, schon hat man eine Runde Vorteil um einen Hold-Up zu triggern. Das ist wenn die Schwachpunkte aller Gegner getroffen wurden und sie alle am Boden liegen. Nun hat man die Möglichkeit entweder eine All-out-Attack zu starten, oder einen der Gegner zu überreden einem zu helfen, Geld oder Items rauszurücken. Das erinnert sehr an Shin Megami Tensei 4 z.B., wo man auch die zufälligen Dialoge richtig beantworten musste um einen Dämon zu überzeugen oder wieder angegriffen zu werden.

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Jede Antwort ist entweder positiv, negativ oder Neutral. Das ist pro Persona/Gegner unterschiedlich.

Und dann haben wir noch die Cat-Puns. Da das Maskottchen Teddy jetzt durch Morgana ersetzt wurde gibt es auch keine Bear-Puns mehr, sondern Cat-Puns wie „meowtastic Body“ und „meowtary Motor“ und Anspielungen auf Dinge wie Totoro mit „For some reason, „cats turning into buses“ is an extremely widespread cognition among the general public“. Es lässt einen einerseits lachen, wie auch den Kopf schütteln. Aber Maskottchen-Puns gehören zu Persona wie Butter aufs Brot. Nur … nicht zu viel. Sonst wirds fettig.

Was soll man sonst noch sagen? Persona 5 ist einfach nur gut. Ohne Punkt und Komma. Auch was Atlus zur Spoilerverhinderung macht finde ich persönlich als guten Schritt in die richtige Richtung. Es gibt immerhin Richtlinien. Und die armen Armen Let’s Player können doch auch was anderes streamen. Ist ja nicht so als ob es im Moment zu wenig Spiele gibt um umbedingt Persona 5 streamen zu müssen.

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Ein Gedanke zu “Persona 5: Stream-Verbote, Cat-Puns und Igors sexy Stimme

  1. Atlus scheint die NoSpoiler Politik wirklich hart durchzugreifen, bis auf den ersten Boss wurde ich nicht gespoilert :D

    Aber leider freuen nur die die entweder das Spiel nicht haben oder keine Let’s Player sind darüber, andere Scheißen auf Atlus, spoilern wie verrückt und wenn sie gebannt werden machen sie nen neuen Account – Scheiß auf Copyright wa?

    Aber hey, was die können kann ich auch:
    – Dumbledore stirbt im 6. Teil
    – Hodor stirbt in Staffel 6 Episode 5
    – Naruto wird Hokage
    – Eragon hat kein Filmende
    – Mehr Spoiler folgen wenn ich wütend werde

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