Games – Spaßfaktor oder nur mehr Wettstreit?

Da mich das Thema schon länger beschäftigt gibt es hier meine Meinung zu etwas, dass sicher keinen interessiert. Aber schreiben werd ichs trotzdem.

Ein Problem dass mir schon des öfteren aufgefallen ist und mir auch immer wieder im Alltag begegnet ist, ist, das Videospiele genauso wie gewisse Eigenheiten von sozialen Netzwerken (genauer gesagt die Likes bei Facebook oder Follower bei Twitter) nur noch für Vergleiche verwendet werden. Wer ist besser, beliebter, hat mehr Leute die unter einem stehen. So werden seltene Objekte oder Highscores in Spielen auch zu einem sozialen Wert. Wie ich schon des öfteren bemerkt habe dass dann plötzlich die „Anführerschaft“ einer Clique weiterverschoben wird weil jemand in dem Spiel dass sie alle spielen den höchsten Score hat. (Keine Ahnung welches Spiel es war, ich habe nur das Gespräch mitverfolgt)

Am schönsten kann man das in RPGs, insbesondere MMORPGs sehen. Wer hat den höchsten Level einer Gruppe? Wer hat nach dem neuesten Addon am schnellsten den höchsten Level erreicht? Wer auch immer das schafft ist der neue Gott des Spiels, der Gruppe, keinen Plan. Wer kriegt ein seltenes Item, einen Random Drop? Wenn eine Gruppe zusammen danach sucht und einer es kriegt, weil es nur einmal droppen kann, wird es gleich als unfair betrachtet, am besten soll man es gleich an den weitergeben der sich am lautesten beschwert. Man will alle gleich behandeln weil man ein paar sachen doppelt hat, aber dann im Endeffekt ist wieder jemand unzufrieden weil er zwar das gekriegt hat…hat es sich zwar im Vorhinein lautstark gewünscht, aber nur weil man jemand anderem was anderes gibt, sind alle unzufrieden.

Wenn wir schon dabei sind. Schon lange ist es Gang und gebe, mehr Geld auszugeben, nur um angesehener zu sein. Dass dieser Trend auch in Spielen Einklang hält, ist meiner Meinung nach ziemlich traurig. Nur weil jemand mehr Geld in das Spiel, in den Charakter gesteckt hat ist er besser? Nur weil sich jemand einen Lv 90er Chara bei WOW gekauft hat ist er ein guter Spieler? Nein. Es ist nur jemand der keine Zeit mit dem Spiel verschwenden wollte, aber sagen will dass er einen Lv 90er Chara hat. Wieso sollte man sich das Spiel antun, wenn man sich etwas kaufen kann das so wirkt als wäre man im Endgame? Das scheint die Philosophie der Gesellschaft zu sein.

Seht eucht nur mal selbst beim spielen zu. Fühlt ihr Eifersucht nur wenn jemand anderer bei CoD einen höheren Prestigerang hat? (Was nur bedeuten würde dass er mehr Leute erschossen hat als du…darauf wäre ich nicht zwingend stolz) Nur weil jemand etwas in einem Game erhalten hat dass ihr nicht habt? Ein Achievement? Ein Item? Mehr Geld (Ich rede von Ingamegeld)? Level? Freut ihr euch ehrlich oder nehmt ihr euch insgeheim nur vor das einfach sobald es geht aufzuholen? Geht ihr soweit dass ihr Freundschaften gefährdet, nur weil ihr euch ungerecht behandelt fühlt? Vom Zufallsgenerator des Spiels? Fühlt ihr euch besser als andere weil ihr weiter seid, nur weil die anderen nicht so viel Zeit im Spiel verbringen können?

Wann seid ihr das letzte mal Spaßeshalber in ein Spiel eingestiegen? Nicht weil ihr besser werden wollt oder sonst irgendwas erreichen wollt, sondern einfach nur um Dinge zu entdecken, zu entspannen? Nicht krampfhaft versuchen das Spiel weiterzubringen, sondern vielleicht einfach nur…Spaß haben?

Ich muss wirklich einräumen, Spiele waren schon lange ein Grund von Neid. Vor allem in unserer Jugend, wenn man selbst eine Konsole nicht haben konnte und die Eltern einem keine schenkten. Klar gibt es dann Eifersucht. Aber jetzt? Wo Spiele erstens viel zu einfach sind, wenn man sie mit damals vergleicht? Und man zumindest die Handlung eines Spieles jederzeit durch Youtube oder google erfahren kann? (Ich hasse Let’s Plays -.-)

Ich selbst merke es im Moment beim Spielen des neuen Pokemon. Es ist, wie sicher alle wissen ein Remake der Editionen Rubin und Saphir, und mehr als nur einfach. Ich muss wirklich sagen, sie haben einiges wirklich gut in die neue Technologie gebracht und es sieht auf den ersten Moment wirklich toll aus (ich versteh nur nicht wieso Kirlia immer rumtappen muss als würde sie Ballett einstudieren…) aber sobald man im Spiel ist merkt man viele Abzüge, die einem dann mit der Zeit wirklich wehtun. Nicht nur wurden so ziemlich alle Gegner vom Level her runtergesetzt und der EP Teiler wird einem sinnlos früh gegeben und danach spielt man nie wieder ein anderes Pokemon als den Starter, weil alle Pokemon EP erhalten, ich bin jetzt ca bei der hälfte der Story und durchschnittlich 15 Level über allen Trainern, auch Arenaleitern. Und der Spaß an der ganze Sache ist, dass ich niemals wirklich dazu kam, irgendwas zu erforschen. Da die Laufstrecken die damals wohl angemessen waren inzwischen wohl viel zu lang geworden sind wird man ca ab der Gegend um den Vulkan rum von Stadt zu Stadt teleportiert. Poff, da lang, mach ein bisschen was. Poff, wieder retour. Auf den Vulkan, nach Bad Lavastadt, gut…poff, wieder in Wiesenflur (Wiesenflur? Merk mir die Städte nicht und hab grad keine Lust nachzuschauen), den eigenen Vater besiegt, rausgehen. Surfer in die Hand gedrückt krieg, poff, wieder über die halbe bisher erforschbare Karte teleportiert. soll das Spaß machen? Die Stadt unter dem Vulkan ist komplett optional geworden, die Wüste durfte ich nichtmal betreten. Gleich nachdem ich das Wüstenglas hatte wurde ich weggeschleppt. Und nochmal den ganzen Weg über die halbe Stadt zu latschen…wen interessiert das dann? Normalerweise geht man auf dem Rückweg von Bad Lavastadt in die Wüste. Diesmal…einfach dran vorbeigewarpt. Und das Rad? Nimm welches du willst. Alle Wege die ich bisher gefunden habe kann man mit dem Eilrad und dem Trickrad begehen. Und dann kann man endlich surfen…nur um danach das erste Legendäre rumliegen zu finden…und es einfach einzusammeln. Etwas, dass man im originalen Rubin/Saphir nur geschafft hat wenn man den Meisterball dann noch hatte. Latias/Latios im neuen? Besiege mit Troy zwei Aqua-Leute…es gehört dir. Freiwillig. Wo liegt die Herausforderung? Achja…abgeschafft weil sich sonst Leute ungerecht behandelt fühlen…

Für alle Leute die SAO gesehen haben und sich wünschen dass es in unserer Welt auch bald sowas gibt…ich weiß nicht sonderlich ob ich es spielen will. Wie viele werden das Spiel, die Umgebung, überhaupt etwas zu schätzen wissen? Das einzige was zählen wird ist so schnell es geht auf den höchsten Level zu kommen, so viele Stockwerksbosse es geht zu besiegen und dann vor allen anderen damit zu prahlen. PK-Gilden werden boomen. „Hey Alter…der hat den letzten Hit bei dem Stockwerksboss gemacht…aber die meiste Arbeit kam von mir. Ich hätte das Item verdient. Bringt ihn um, damit er seinen Fehler bemerkt“ Solches Verhalten macht einem Spiele, den Spaß den man vielleicht mal hatte, endgültig kaputt. Alle werden Kirito sein wollen. Unbesiegbar und mächtig. Falls es dazu kommen sollte? Sucht mich in einem Feld, ausspannend nach einem Arbeitstag, die Welt bewundernd und was die Menschen mit dem Aincrad unserer Welt erschaffen haben. Werde ich Spaß haben? Sicher. Weil ich mich nicht dem Leistungsdruck der Gesselschaft hingebe, sondern das Spiel auf meine Art erleben will. Sinnlose Skills leveln? Klar. Am besten alle.

Klar gibt es solche auch noch. Leute die in WOW ihren Angelskill maximieren…einfach weil sie Spaß am Angeln haben. Und wenn sie selbst keine Zeit oder Möglichkeit haben Angeln zu gehen? Wieso nicht. Leute die einfach durch TERA laufen und Spaß haben. Rumstehen, mit Leuten reden, kein Questdruck, einfach nur Spaß in der Gruppe.

Ich habe inzwischen das furchtbare Gefühl, je mehr man sich in die Welt der sozialen Netzwerke und Gessellschaft eingliedert, umso unglücklicher wird man. Man muss Erwartungen erfüllen, in einen Rahmen passen, mit allen mithalten. Da halte ich meinen Freundeskreis lieber gering, weiß aber dafür dass ich mich bei Ihnen nicht verstellen muss, dem Druck besser zu sein als die damit sie wieder aufholen müssen nicht nachgeben muss…denn diesen Druck machen alle. Sei es in Spielen oder in der Realität.

Ist der Spaß also tot? Gibt es nur noch Wettstreit? Besser sein als alle anderen ist alles was etwas zählt? Oder kann man sich noch in ein Spiel begeben ohne als Noob hingestellt zu werden und dass einem der Spaß schon am Anfang genommen wird weil dich viel zu starke killen? Kein wunder dass viele Spiele schon einen „Noobschutz“ oder eine Levelgrenze einbauen müssen um neue Spieler zu schützen, vor denen die schon alles haben und sich deswegen für besser halten als alle anderen.

Ich fürchte so.

Trotzdem werde ich nicht aufhören Spiele zum Spaß zu spielen. Nicht weil ich etwas erreichen will…außer den Zielen die ich mir selbst gesetzt habe…sondern nur um Spaß zu haben (wofür ich mir diese Ziele ja setze). Immerhin…das coolste Outfit in Akiba’s Trip zu finden (ich hab sicher noch lang nicht alles) ist nicht grade etwas das man macht um besser zu sein. Battleblox Theatre spielt man nicht nur um alles zu sammeln…sondern sich über das kuriose setting zu amüsieren. Starbound/Minecraft/Terraria (Terraria Hardcore, zu sehen bei PBG auf youtube…sie haben ein Ziel…aber verflucht viel Spaß dabei) spielt man nicht, um größere und bessere Dinge zu bauen wie jeder andere…sondern um Spaß daran zu haben es zu bauen. Es sich nicht zu  einfach machen alle Materialien zu erhalten. Herausfoderung und Abenteuer. Nicht alles liegt am Boden und man muss es nur aufheben wie eine fette Taube.

Stellt euch selbst die Frage: Habt ihr Spaß beim Spielen? Oder eifert ihr nur anderen nach? Dem höchsten Level, dem seltensten Item?

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2 Gedanken zu “Games – Spaßfaktor oder nur mehr Wettstreit?

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