Touhou Luna Night: Ein nicht Bullet-Hell Fangame mit Bullet-Hell!

Wenn Remilias Langweile mal wieder zu stark ausschlägt, Reimu aber nicht involviert sein soll, kommt Luna Night dabei raus. Ein Klon des Scarlet Devil Mansion + Umgebung und Sakuya mittendrin. Was für eine Maid, die die Zeit kontrollieren kann ja kein sonderliches Problem darstellen sollte, oder?

Touhou Luna Night ist nach allen Regeln der Genre-Einteilung ein Metroidvania, wenn auch einen Ticken linearer als so manche andere Vertreter des Genres. Zuständig für den ganzen Zauber ist Team Ladybug, die auch Shin Megami Tensei Synchronicity Prologue und KonoSuba Verdier of Ressurection entwickelt haben. Das Team ist also mit ein bisschen eigenartigen Spielsystemen vertraut und mit Luna Night gesellt sich ein wunderschönes und wunderbar spielbares Abenteuer im Touhou-Universum mit den entsprechenden Charakteren dazu.

Der Pause-Screen erinnert sehr an eine minimalisierte Form von Castlevania, wo alle gefundenen items in einem Raster und die Karte darunter angezeigt wird, gefolgt von den Stats.

Komplett ihrer Kräfte beraubt fällt Sakuya in eine ihr bekannte, aber doch nicht ganz korrekte Welt. Alle Wesen und auch teilweise die Bewohner Gensokyos verhalten sich eigenartig und Sakuyas Zeitverändernde Kräfte sind sehr stark eingeschränkt worden. Warum und wieso Remilia das tat, wer dahinter steckt und wie Sakuya aus dieser Misere wieder entkommen soll (immerhin hat sie weder geputzt, die Wäsche fertig gemacht oder eingekauft bisher), dafür seid ihr nun zuständig.
Luna Nights spielt sich klassisch wie ein 2D Metroid-Spiel. Ihr lauft durch die Gänge, Gegner respawnen wenn man einen Raum neu betritt, diese lassen Gems fallen und in jedem Abschnitt findet ihr ein wichtiges Item bevor ihr zum Boss kommt. Nun kommen jedoch die Touhou-Quirks dazu.
Sakuya kann, wie schon erwähnt, in Gensokyo die Zeit anhalten und somit tun und lassen was sie will. Diese Kraft ist ihr in dieser Welt dann auch wieder eigen, wenn auch nur sehr eingeschränkt. Sie kann für eine kurze weile einen Snail-Modus aktivieren, indem sich alles außer ihr langsamer bewegt und nach einer Weile im ersten Abschnitt auch wieder die Zeit komplett anhalten, allerdings verbraucht dann jede Aktion und Bewegung einen Teil ihrer Zeit. Außerhalb des Zeitstopps benötigt sie für jeden Angriff MP. Damit weder HP noch MP ausgehen haben sich die Devs was wunderbares einfallen lassen.
Wer Touhou kennt, kennt auch Grazing (nur knapp den Angriffen des Gegners ausweichen) und auch dieses Spiel hat diese Mechanik implementiert. Wenn man sich während „Echtzeit“ nah an den Gegner heranbewegt oder seinen Bullets/Angriffen nur knapp ausweicht, erhält man blaue Graze-Punkte. Diese regenerieren HP und MP. Da es viel zu einfach wäre diese Punkte während eines Timestopps zu schnappen, erhält man währenddessen nur rote Graze-Punkte, die MP und TP (Time Points) wieder auffüllen.

Eine Spellcard in all it’s glory

Natürlich hat Sakuya nicht nur ihre Standard-Dolchangriffe und Zeitmanipulation in ihrem Repertoire. Wie es sich für Touhou gehört kann man „Skills“, sprich Spellcards in den versteckten Räumen der Karte finden. Diese kosten exorbitant mehr MP als normale Angriffe (oder Zeit während des Timestops), sind aber nützlich im Kampf gegen die Horden an Gegnern die sich im SDM dieser Welt breitgemacht haben.
Zusätzlich zu diesen Horden an Mobs trifft man auch in jedem „Kartenabschnitt“ auf einen bekannten Boss aus dem Touhou-Universum, der auch logischerweise an diesen Orten anzutreffen ist. So stellt sich einem als allererstes Meiling in den Weg, die ja den Haupteingang bewacht, gefolgt von anderen bekannten Gesichtern deren Verhalten auch so ist wie aus Touhou gewohnt.
Aber natürlich sind Kämpfe nicht das einzige womit ihr zu tun haben werdet. Auch „Rätsel“ in Form von Umgebungsgefahren, denen ihr euch mit Snail und Stop entgegenstellen müsst. Im weiteren Spielverlauf gibt es auch Gegenstände die sich nur während des Timestops bewegen, trotz des Timestops weiter bewegen können oder sich sogar während des Timestops rückwärts bewegen, was für kleinere und größere  Plattforming Herausforderungen sorgt.

Wenn man schon so lange einer lästigen Mansion-Besitzerin dient, nimmt man wohl kein Blatt mehr vor den Mund.

Luna Nights ist jetzt nicht das längste Spiel, allerdings kann es durchaus unterhalten und die Bullet-Hell Bosskämpfe sind genau die richtige Mischung aus Taktiken lernen und enormen Schwierigkeitsgrad. Denn ohne diese Kräfte ist Sakuya nunmal aufgeschmissen zwischen Yokai, Hexen, Vampiren und anderen Problemen.

Ich würde dieses Spiel an alle Fans von Touhou empfehlen, die zwischen dem ganzen Ramsch an Fangames auch was gutes spielen wollen, genauso wie an alle die eine Vorliebe für Metroidvania-Spielen mit einem besonderen Twist haben. Luna Nights mag zwar nicht das komplexeste oder längste Metroidvania sein, aber für ein Fangame hat es eine unglaublich gute Umsetzung an dem ich kaum etwas auszusetzen habe. (außer das mir das Spiel während des Remilia-Bosskampfes öfter mal abgeschmiert ist)

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