Alles, nur bitte kein Main Char (eine 4-koma Fiction) | Kapitel 1: Neue Schule, neues Leben?

“Du kommst noch zu spät zur Schule!” schallt es durch den Raum, als Miyako, Keikos Mutter, die Tür zu ihrem Zimmer fast auftritt. Wie soll sie auch sonst, mit einem Wäschekorb in den Händen? Keiko schaut träge auf ihren Wecker und seufzt. Natürlich ist ihr Wecker am ersten Schultag ausgefallen. Was ein Klischee.

“Frühstück ist am Tisch” mault ihre Mutter noch bevor sie sich wieder ihrer Wäsche widmet und somit Keikos Zimmer verlässt. Seufzend richtet sich die 15-jährige auf und murmelt vor sich hin, während sie sich aus ihrem Bett kämpft. Bei dem Versuch landen verschiedene Shoujo-Manga, die Keiko gestern noch als Recherche verwendet hat, auf dem Boden, doch zwischen dem ganzen Chaos am Boden findet sie noch Orte an denen sie ohne auf etwas zu steigen hintreten kann. Mehr oder minder elegant tanzend am Kleiderschrank ankommend, schlüpft die frischgebackene Hochschülerin in ihre Uniform und flitzt dann die Treppe hinunter, wo auf dem Küchentisch ein Marmeladebrot liegt, das nur darauf zu warten scheint von ihr im Mund zur Schule getragen zu werden, wo sie dann in einen attraktiven Mitschüler laufen kann, mit dem sie dann ein Beziehungsdrama durchleben muss. “Gings noch mehr Klischee?” fragte Keiko halblaut als sie das in dem von der Wohnzimmerlampe ausgehende Licht leicht schimmernde Brot ignorierte und direkt nach draußen ging. Noch ist ja nichts verloren, sie kann noch leicht pünktlich ankommen wenn sie nur…kopfschüttelnd rennt Keiko an der einladend aussehenden Abkürzung vorbei. Wenn sie da hineingerät landet sie sicher in einem nur größerem Schlamassel. Nach einem kurzen Blick auf die Uhr joggt sie weiter in Richtung Schule. Diesmal wird alles anders und kein Klischee wird ihr den Schulalltag verderben.  

“Bing Bong Bang Bong, Bang Bong Bing Bong” dröhnt die Glocke. Keiko sitzt bereits mitten in der Klasse, den freien Platz ganz hinten in der Fensterreihe konnte sie geschickt umgehen. Seufzend sieht sie auf ihre Schuhe hinab, bereits jetzt macht sie sich Sorgen das der Klassenlehrer ein junger, neuer Lehrer ist, der es mit Lehrer-Schüler Beziehungen nicht ganz so eng sieht. Schon öffnet sich die Tür und herein kommt eine frisch aussehende Lehrerin, die wohl tatsächlich relativ neu ist. “Na hoffentlich dreht sich das Klischee nicht geschlechtertechnisch um…” murmelt Keiko in ihr Heft, während die Lehrerin etwas ungeschickt das generelle Prozedere runterrattert. Vorstellungen werden durchgeführt und seufzend bringt auch Keiko ihre über die Reihe, wobei sie versuchte sich nicht zu verhaspeln oder “schicksalshaften” Augenkontakt mit männlichen Mitschülern zu haben, bevor sie sich desinteressiert wieder auf ihren Platz setzt. Schnell geht diese langweilige Stunde jedoch vorbei und schnell setzt das übliche Pausengeschnatter ein. Keiko lässt ihren Blick über die mittlerweile wohl komplett versammelte Klasse schweifen, zumindest soweit sie sie sehen kann. Wenn man Mitte Mitte sitzt wird man wohl kaum nach hinten sehen können, ohne sich umständlich umzudrehen. Aber soweit sie sieht sind zwei Plätze frei, sie selbst ist von einem Mädchen und einem Jungen umrundet, einer der freien Plätze ist vor ihr, der andere ganz rechts vorne im Eck. “Das ist dann wohl der obligatorische Austauschschüler und kranke ‘kommt ein paar Wochen später’-Schülerplatz”, lacht Keiko leise für sich. Ihre Mitschülerin, die wohl schärfere Ohren hatte als gedacht, kicherte leise “Ja, das wäre schon sehr klischeehaft, oder nicht?” Sie dreht sich zu dem Mädchen um und legt den Kopf leicht schief. “Hibiki, richtig?” fragt sie ihre Sitznachbarin und diese lächelt glücklich. “Ja, du hast dir meinen Namen tatsächlich gemerkt? Du wirktest eher desinteressiert.” Keiko verdrehte innerlich die Augen. Da hat sie wohl eine richtige Schnattertante als Sitznachbar. Aber war ja irgendwie logisch. So eine muss es ja in jeder Klasse geben. “Wo kommst du her? Ich kenne dich aus keiner Mittelstufenschule. Und ich kenne fast jeden hier in der Stadt.” fragt Hibiki, die Neugierige, weiter. “Wir ziehen oft um, mein Vater hat keine so standfeste Arbeit”, predigt Keiko ihre Standardausrede auf diese Antwort runter. Immerhin … wer würde ihr schon glauben das sie vor irgendwelchen Animeklischees verfolgt würde und schon oft ein Magical Girl hätte werden können z.B.? Hibiki nickt auf diese Antwort und lächelt “Das kenne ich, ein Freund eines Bekannten macht so etwas ähnliches durch, der kriegt einfach keinen Job bei dem er bleiben will. Stattdessen springt er von hier nach da, er war glaube schon in jeder Stadt des Landes.” Der letzte Teil ihrer Aussage war ihr wohl selbst so witzig das sie darüber lachen muss. Keiko will sich schon genervt wegdrehen, aber sie hat das Gefühl das das viel zu klischeemäßig wäre und ihr am Ende noch den Ärger ihrer Familie einbringen würde, die sich dann sicher als der Kopf der örtlichen Yakuza herausstellen würde, also lächelt sie Hibiki leicht schief an und murmelt ein leises “Ja, das ist sicher nicht einfach” als Antwort. Das scheint diese auch zufriedenzustellen, denn sie bietet ihr an mit ihr Mittag zu essen und eine Führung durch die Stadt zu erhalten. Mit leicht knirschenden Zähnen nimmt Keiko das Angebot an.

Da hat unsere gute Protagonistin (was sie trotz allen Bemühungen in dieser Geschichte ist), doch einige der üblichen “Stolperfallen”, manchmal wortwörtlich, die an einem ersten Schultag so passieren können, umschifft. Doch reicht das um ihrem Schicksal wirklich zu entkommen? Oder stolpert sie auf diese Weise nur tiefer in den Sumpf der Klischees und Probleme, die einem Hochschulmädchen so passieren können, wenn man neu an eine Schule kommt? Lassen wir der Guten ein bisschen Ruhe und schauen beim nächsten mal ein paar Tage später in ihr Leben. Nach dem Finden der ersten Freunde und den Fallen des ersten Tages kommt nämlich die schwierige Zeit des Klub findens. Und da, wie wir alle wissen, lauern die größten Gefahren.

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