Psycho-Pass: Wie kriminell bist du wirklich?

Nachdem dieses Monat PS+ sehr großzügig war und mit Mandatory Happiness PSVita-Besitzer quasi gratis in den Genuss dieses exzellenten VNs zum Anime kommen konnten dachte ich mir es wird endlich mal an der Zeit dem Original, dem Anime von 2012, animiert von Studio Production I.G (die zweite Staffel in der Hand von Tatsunoko Production, der Film wieder bei I.G) und bei uns von Kaze lizensiert, selbst mal Zeit meines Lebens zu widmen. Und oh boy war es das wert. Und oh boy ist die Story mittlerweile wieder aktuell. Zwar heißen unsere Spione nicht Sybil, sondern Echo, aber es läuft doch aufs gleiche hinaus. 

Das Gefühl beginnt schon mit der ersten Folge, die (mittlerweile untypisch geworden) sogar mit einem Opening beginnt, auch wenn dieses nur als Hintergrundgeräusch zur Opening Szene des Animes verwendet wird, dennoch ein geniales Gefühl. So wird man direkt in die Action geworfen ohne auf das Opening oder die paar zusätzlichen Minuten Story die das weglassen des Openings der Folge schenkt verzichten zu müssen.
Nach diesem eigentlich wenig aussagekräftigem Opening in den Anime geht es quasi direkt weiter mit der Action, mit der ich nicht meine dass es hauptsächlich Geballer gibt, sondern dass einfach permanent etwas passiert. Psycho-Pass kommt ohne viel Padding oder Filler-Content aus, was auch dazu führt dass die Folgen einem viel kürzer vorkommen als sie eigentlich sind.  Aber zurück zum Thema:


Meet Akane Tsunemori, blutjunge „Polizei“-Schulabgängerin mit Bestnoten in allen Kategorien und unsere Protagonistin für den ganzen Anime. Ausgerechnet an ihrem ersten Tag nach Abschluss und Einstellung soll sie gleich mit einem mittlerweile durchgedrehten Psycho zu tun kriegen, der morgens aber noch wie jeder normale Mensch aufwachte und bis zu einem gewissem Punkt seinem Leben ganz normal nachging. Aber bevor wir uns mit dem beschäftigen was hier geschehen ist, gehen wir erst noch ein bisschen auf den Hintergrund ein, der uns in den nächsten Folgen erst erklärt wird.

Psycho-Pass spielt im Japan der fernen Zukunft von 2112, in der Recht und Ordnung vom sogenannten Sybil-System aufrecht erhalten wird. Dieses Big Brother nicht unähnliche System misst sämtliche Vitalparameter, überwacht den gesamten Tagesablauf und errechnet daraus 2 Parameter: die potentielle Kriminalität und einen Farbton, der deiner Psyche entsprechen soll. Je heller der Farbton, umso besser geht es einem und umso stabiler ist der eigene geistige Zustand, und umso dunkler, umso gefährlicher und labiler stuft einen das Sybil-System ein. Die potentielle Kriminalität (der Kriminalitätskoeffizient) wird auf einer numerischen Skala von 0-999 angegeben, wobei jeder Mensch über 100 als potentieller Krimineller abgestempelt wird.
Aufrecht erhalten wird dieses „Gesetz“ vom Amt für öffentliche Ordnung, das aus 2 „Etagen“ besteht: Sozusagen unbefleckte Inspektoren, deren Koeffizient unter 100 liegt, und Vollstreckern, die potentielle Verbrecher mit einem Koeffizient von über 100 sind.Das Werkzeug, mit dem die Gerechtigkeit in dieser dystopischen Welt ausgeübt wird ist der Dominator, eine hochtechnische Waffe die direkt mit dem Sybil-System verbunden ist und on demand den Kriminalitätskoeffizienten berechnen kann. Dabei kann der Dominator einen von 4 Modi annehmen:

  • Locked: In diesem Modus ist es niemandem möglich den Abzug zu ziehen. Dieser Modus ist der Standard für den Dominator und es ist egal ob der Halter der Waffe berechtigt ist ihn abzufeuern oder nicht.
  • Non-Lethal Paralyzer: In diesem Modus ist der Dominator erstmals entsperrt. Dies kann nur passieren wenn der Halter der Waffe ein berechtigter Benutzer ist und der Koeffizient des Ziels zwischen 100 und 199 liegt.
  • Lethal Eliminator: In diesem Modus ist ein Treffer des Dominators fatal. Sobald der KK über 200 liegt ist dieser Modus automatisch aktiv, er kann aber auch vom Sybil System bei niedrigeren Werten auf gewisse Personen „vergeben“ werden, sollten sie sich für das System als unrettbar erweisen. Vom Dominator in diesem Modus getroffen zu werden bedeutet dass sich der entsprechende Teil des Körpers aufbläht und zu feinem Staub explodiert.
  • Destroy Decomposer: Dieser Modus kann manuell vom Nutzer der Waffe aktiviert werden und ist ein Material auflösender Schuss, der zumeist gegen Drohnen und manchmal auch gegen Wände angewandt wird, um sich Zugang zu verschaffen.

Nur Mitgliedern des Amts für öffentliche Ordnung ist es erlaubt einen Dominator zu führen und auch abzufeuern. Wenn diese einen Dominator halten wird ihnen über ihre eigene Sicht eine Art HUD gelegt, die ein bisschen an ein Standard-HUD aus einem FPS erinnert.

Ein Dominator im Locked-Modus

Nachdem wir das jetzt alles abgehandelt haben, zurück zu Akane. Von ihrem Vorgesetzten Ginoza Nobuchika bekommt sie zwei Vollstrecker zugeordnet, mit denen sie auf Verbrecherjagd gehen soll. Unsicher lässt sie sich von den beiden durch den Gebäudekomplex führen, in dem der Kriminelle sich verkrochen hat, während Kougami Shinya die Gruppe quasi anführt und Masaoka Tomomi mehr oder weniger dafür sorgt, dass die blutjunge Inspektorin auf das bevorstehende vorbereitet ist. Denn der Verbrecher lebte bis noch vor kurzem ein normales Leben, bis einer Straßenkontrolle sein Kriminalkoeffizient der über 120 war aufgefallen ist. Daraufhin ließ der Mann alle Hoffnung fahren, entführte eine junge Frau und dachte sich für ihn ist sowieso alles vorbei, da kann er gleich machen worauf er Lust hat solange es noch geht.
Er wird von den Vollstreckern im Akt seines Verbrechens ertappt und muss kurz darauf einen schnellen Tod erleiden. Der jungen Frau, die er bis zu diesem Zeitpunkt noch als Geisel gehalten hat, sollte es genauso ergehen, denn ihr Farbcode hat sich durch den Terror den sie durchlitten hat sehr verdunkelt und ihr Kriminalkoeffizient ist dadurch auf über 200 geschnellt. Nur dadurch dass Akane Kougami davon abhält den Abzug zu ziehen und ihr gut zuredet ist es ihr möglich, ihren Koeffizienten auf unter 200 zu bringen und ihr damit das Leben zu retten.

Auf diese Weise endet die erste Folge, die nur von noch mehr interessanten, spannenden und teils verstörenden Intrigen, Korruptionen und Verbrechen gefolgt werden. So lässt Psycho-Pass niemals nach und das macht es zu einem tiefgründigen, actionreichen Thriller, der einen aber nie davon abhält nachzudenken was für Probleme es bringen kann in so einem Überwachungsstaat zu leben. Ich würde den Anime an jeden weiter empfehlen, der ein bisschen offen für solche Themen ist.

Dominator im Lethal Modus. Für die „Verwandlungen“ des Dominators sowie für Mechs werden sehr effektiv 3D-Animationen verwendet.

Und für alle die noch einen kurzen Exzerpt für Mandatory Happiness wollen, den hab ich auch noch:
Mandatory Happiness spielt zwar mit den gleichen Charakteren wie Psycho-Pass, plus 2 die als Protagonisten herhalten, aber in einem komplett anderem Setting und eigenständiger Storyline.
Bei den beiden Protagonisten handelt es sich um eine Inspektorin und einen Vollstrecker, um die Story aus 2 verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Hierbei handelt es sich um die Story einer aus dem Ruder gelaufenen KI, die versuchen will die Gesellschaft auf ihre Art und Weise zu bereinigen: Indem sie zu ihrem Glück auf jede nur erdenklich falsche Weise gezwungen wird. Als Visual Novel sind die ein solches Spiel quasi „nowendigen“ Entscheidungen zwar vorhanden, allerdings ändern sie nicht umbedingt viel an der grundlegenden Storyline. Im Rahmen von Psycho-Pass könnte man einen einmaligen Playthrough als Test sehen: Wie endet deine Story? In welche Richtung wird dein Farbton ausschlagen? Bist du selbst ein labiler Krimineller oder eine brave Gesetzes- und Sybil-treue Seele?
Nicht umbedingt ein Must-Play, aber für Fans von Psycho-Pass sehr wohl zu empfehlen.

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2 Gedanken zu “Psycho-Pass: Wie kriminell bist du wirklich?

  1. Das Problem mit dem Anime war der Bösewicht: Makishima war so übermächtig und so fehlerfrei das es mich schnell nervte. Die Thematik einer „maschinen Gesellschaft“ war echt gut, nur wünschte ich mir eben einen bessere Antagonisten als so eine message Reinzuprügeln von wegen „Gegen das System“

    • Übermächtig und fehlerfrei war der auch nur weil er esgeschafft hat einen weißen Hue zu behalten. Er hätte auch die Vorraussetzungen gehabt in Sybil-System aufgenommen zu werden, war aber wie gesagt gegen das System.

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