Franchise-Review: Zero Escape

Nachdem gestern der letzte Teil der Zero Escape Reihe auch bei uns released wurde wird es vielleicht Zeit das komplette Franchise noch einmal Revue passieren zu lassen.

Da ich alle drei Spiele gespielt habe (und Zero Time Dillema gerade spiele) werde ich dies nach bestem Wissen und Gewissen möglichst spoilerfrei machen.

Halten wir uns nicht lange mit Details auf, aber einiges sollte man doch im Vorhinein sagen:

Die Zero Escape Trilogie ist eine seit 2009 erscheinende Serie die sich für gewöhnlich auf portablen Konsolen (DS bei 999, 3DS/PSVITA bei VLR, 3DS/PSVITA für ZTD) und erst mit dem kürzlich erschienenen Zero Time Dilemma auch einen PC-Release bekommen hat. 999 wurde 2009 in JP, 2010 in NA only released, ab VLR wurden die Lokalisierungen im selben Jahr (2012 bei VLR) und Zero Time Dillema sogar 2 Tage vor JP released, was eigenartig ist wo die Spiele doch von Spike Chunsoft entwickelt werden und hierzulande von AKSYS oder Rising Star lokalisiert. Aber genug der dumpfen Wikipedia Details, springen wir gleich ins kalte Wasser.

999: Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors

Von links nach rechts: Ace, Snake, Santa, Clover, Junpei, June, Seven, Lotus, ‚The ninth man‘

So beginnt auch 999. Unser Hauptcharakter Junpei wird davon geweckt dass das Bullauge seines Zimmers bricht und Wasser eindringt. Möglichst schnell sollte er den Weg aus seinem Zimmer finden, bevor er sich damit beschäftigt wieso und wo er eigentlich ist. Womit wir auch schon zum Hauptgameplay kommen.

Jedes Zero Escape Game ist ein Mix aus Zwei Spielstylen: Visual Novel und Escape the Room Games. Wobei diese Escape-Sequenzen nicht nur wie ein aufgedrücktes Rätsel rüberkommen sondern in die Story und die vorangehenden Entscheidungen eingebunden ist und man während den Escape-Sequenzen auch neues über die Hintergründe der Charaktere und was hier eigentlich passiert.  Gleichzeitig sind diese Sequenzen auch nie zu einfach und sind mit mathematischen oder logischen Rätseln gespickt sowie mit wissenschaftlichen und pseudowissenschaftlichen Dingen die nur im Rahmen der Ereignisse Sinn ergeben, der erst mit der Zeit klar wird.

Einmal aus dem Raum entkommen trifft man mit 8 anderen Leuten zusammen die gerade ähnlichen Situationen entkommen konnten. Jeder von ihnen trägt ein Armband mit einer Nummer von 1-9 um das linke Handgelenk. Dann erscheint auf einem Bildschirm der Verursacher all dieser Vorkomnisse bisher: Zero. Er erklärt die Regeln seines „Nonary Games“:

Die „Spieler“ können zwischen drei Türen wählen, die mit einer Nummer gekennzeichnet sind. Um diese zu öffnen muss man mit mindestens 3, aber höchstens 5 anderen Zahlen deren addierte Quersumme die Zahl auf der Tür ergibt die Tür öffnen, aber auf der anderen Seite müssen die selben Personen noch einmal registrieren dass sie durchgegangen sind, sonst würde eine Bombe in ihrem Bauch detonieren und sie alle töten. Ziel des „Spiels“? Innerhalb von 9 Stunden eine Tür mit der Nummer 9 finden, ansonsten würden sie alle ertrinken, da das Boot auf dem sie sich alle befinden dann sinkt.

Moment, hat man da vorher Entscheidungen gelesen? Jawohl, wie jedes VN hat auch dieses Entscheidungen, auch wenn diese nicht klassische Antworten sind sondern direkt entscheiden wie die Story weitergeht, da man mit anderen Leuten unterwegs ist, wie im Nonary Game erklärt. Dies beeinflusst die Story direkt, da man nie weiß was die anderen Gruppen gerade treiben und nachdem man wieder zusammengefunden hat weiß man erst was passiert ist…oder vielleicht auch nicht so wirklich. Es muss doch nicht jeder ehrlich sein, oder?

999 ist ein gelungener Einstieg in das Franchise der Thriller-Escape Games. Bereits gelesene Texte können übersprungen werden um küftige Runs (man braucht minimum 2 Durchläufe um das wahre Ende zu erreichen, insgesamt gibt es 16 mögliche Pfade zu erkunden) schneller zu machen und langweilige weil bekannte Stellen schneller rumzubringen. Auch die Escape-Rätsel gehen dann schneller um weil man die Lösungen bereits kennt. Die Grafik ist Standard bis gut animierte Sprites für DS-Verhältnisse, doch leider kann man es nur importieren oder emulieren. Ob der iOS Port noch verfügbar weiß ich nicht.

Zero Escape: Virtue’s Last Reward

Von links nach rechts: Zero Jr., Luna, K, davor Quark, Tenmyouji, Phi, Sigma, Clover, Alice, Dio

Neuer Zero, neues Spiel? Sigma wacht neben einem ihm unbekannten Mädchen das sich Phi nennt in einer Art Kapsel auf, sie beide tragen eine Art Uhr an ihrem Handgelenk, in rot darauf eine 3 und das Wort Pair. Mit einigen Problemen entkommen sie beide aus ihrer Kapsel und treffen mit 7 anderen Personen zusammen, die ähnlich aufgewacht sind. Mal alleine, mal als Paar, doch alle mit der Zahl 3, jedes Paar oder alleine in einer Kapsel. Dazu sind drei farbige Türen an der gegenüberliegenden Wand, in cyan, magenta und gelb. Dann erscheint Zero Jr. auf einem Bildschirm, fröhlich wie ein sehr japanischer Hase nun mal sein kann und erklärt die Regeln des Nonary Game: Ambidex Edition.

Diesmal werden die Teams nicht durch Zahlen aufgeteilt, sondern durch die Farben die ihre Armbänder anzeigen. Hierbei verlässt sich das Spiel auf die Kenntnis der Farbenmischtabelle, auch wenn man nur durch Entscheidungsboxen klicken muss. Und zwar muss immer ein Pair und ein Single gemeinsam durch eine der Chromatic Doors gehen, deren Mischung entweder die Farbe oder die komplementäre Farbe ergibt. (So könnten alle roten durch die cyan Tür gehen, aber als Mischung nur durch die magenta (rot+blau) oder durch die grüne (rot+grün). Das ist eine der Entscheidungen die das Spiel beeinflussen. Die andere erfolgt nach einer Exploration + Escape Game. Denn dann folgt das AB-Game. Ein Spiel von Vertrauen und Betrug. Das Pair gegen den Single der sie begleitet hat. Es ist nur ein Knopfdruck, Ally oder Betray, aber es entscheidet über Tod und Entkommen in diesem Spiel.

Erinnert ihr euch noch an die Zahl 3 auf jedem Display? Das sind die aktuellen BP, oder Bracelet Points. Durch das AB Game ändert sich diese Anzahl. Und wenn jemand 9 oder mehr Punkte erhält kann er und nur er wenn er der einzige ist das Gelände verlassen. Wenn jemand unter 0 fällt stirbt er durch ein Gift dass durch das Armband injiziert wird.

Trotz dem ernsten Unterton hat das Spiel auch für sowas Laune.

Der Rest des Spiels ist ähnlich wie gehabt, Thriller, dunkel, Tode und Misstrauen. Allerdings ist diesmal das Spiel um einiges komplexer da man direkt zu den Entscheidungen „springen“ kann, wenn man lustig ist auch mitten in den Novel-Sequenzen. Das ganze auch nicht ohne Grund, denn das Spiel erklärt wieso dies möglich ist und es ist sogar ein entscheidender Plotpoint des Spiels dass dies möglich ist. Und es ergibt sich damit eine riesige Flowchart an Story.

Virtues Last Reward ändert nicht viel an der bekannten Formel. Novel abschnitte gefolgt von Escape the Room Abschnitten in linearer Abfolge im gewählten Pfad mit wirklichem und pseudowissenschaftlichem Geschwafel. Und doch wird nichts neues erfunden. Alles ist in 999 bereits angesprochen oder vorhanden gewesen. Es ist allerdings empfohlen 999 vor diesem zu spielen, da man sonst einiges an der Story und den Zusammenhängen nicht verstehen könnte.

Zero Escape: Zero Time Dilemma

von links nach rechts: Junpey, Carlos, Akane, Sigma, Diana, Phi, Erik, Q, Mira

Das neueste und letzte Spiel der Trilogie stellt einiges auf den Kopf, und bleibt sich doch sehr treu. Es kehren Charaktere aus früheren Spielen zurück und es werden Plottwists und Storyelemente aus früheren Spielen schon sehr früh angesprochen, daher sollte man es definitiv als letztes spielen.

Diesmal haben wir kein Nonary game, sondern nur ein Decision Game. Deine Entscheidungen tragen die Story weiter. Und diesmal sind es nicht nur „ja oder nein“-Entscheidungen, es müssen auch oft Wörter als Entscheidung eingetragen werden (wobei es auch einige interessante Easter Eggs gibt) oder Dinge innerhalb eines Zeitlimits oder eben nicht getätigt werden.

Selbst die lineare Story ist einer konfusen Storyverteilung gewichen.  Diesmal injizieren die Uhren kein Gift oder setzen eine Bombe ein, die einzigen Tode passieren durch Menschenhand, oft vor den eigenen Augen. Die Uhren injizieren alle 90 Minuten nach dem Aufwachen ein Schlafmittel und eine Droge um die Erinnerung an die letzten 90 Minuten zu löschen. Das sorgt für eine unzusammenhängende Storyline die erst im Verlauf anfängt Sinn zu ergeben.

Hier kommen die Memory Fragments ins Spiel. Die 9 Teilnehmer des Spiels sind diesmal in 3 Teams aufgeteilt. Team C mit Carlos, Junpey und Akane, Team D mit Diana, Sigma und Phi sowie Team Q mit Q, Erik und Mira. Bei der Auswahl eines jeden Storyfragment kann man wählen in die Story welches der drei Teams man tiefer eintauchen will, und welches Team man durch die schwierigen Entscheidungen begleiten will. Das klingt erst kompliziert, doch es ist immer interessant zu rätseln und herauszufinden wo in der Timeline (Flow) man sich gerade eben befindet.

Hier ein Beispiel für den Auswahlscreen des Team C

Was ist diesmal das Ziel das Zero verfolgt? Wir haben ja 9 Teilnehmer, Teams zu 3 in Abteilen der Anlage verteilt. Wie sollen sie nun entkommen? Indem sie 6 XKeys sammeln. Wie bekommt man einen Xkey? Wenn jemand stirbt. Das heißt egal was ist, es können maximal 3 Leute enkommen, nicht wahr? Oder gibt es einen anderen Weg auch? Das muss man wohl für sich selbst rausfinden.

Aber auch jetzt schon (mitten im ersten Drittel des Spiels) kann man sehen das das Spiel seiner Thriller und merkwürdige Charaktere gemischt mit wissenschaftlichem und pseudowissenschaftlichem Gerede-Art mehr als treu bleibt und hier nur ein weiterer mehr als genialer Titel auf Zero Escape Fans wartet.

Nicht der einzige Chara der sich mit Blut bekleckert.

 

 

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